Am 2. September konnte die Vorsitzende der CDU Aarbergen Regina Schmidt eine große Anzahl interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Wanderung entlang des Seelbachtals begrüßen. Unter den Gästen befand sich auch der Hessische Innenminister und Landtagskandidat Peter Beuth. Während der Wanderung der ca. 5 km langen Wegstrecke erläuterte Ernst Herbert Haberstock den historischen Hintergrund der Wüstung Seelbach, die bereits 879 urkundlich erwähnt und im 15. Jahrhundert aufgegeben wurde. Nach einem Eintrag in den Einnahmen- und Ausgabenbüchern der Grafen von Katzenelnbogen aus dem Jahr 1453, waren die Einwohner Seelbach nach Panrod gezogen. 1622 hatten die Panröder die Weide- und Beholzigungsrechte von den Burgschwalbachern gekauft. Bei dem sogenannten „alten Schloß“, einem noch deutlich zu sehenden Ringwall, mit einem Durchmesser von ca. 39m, im oberen Seelbachtal, handelt es sich um möglicherweise um eine alte Wehranlage. In einem Bericht aus dem Jahr 1885 schreibt der Conservator Cohausen, das Altschloß von Panrod zeige zwar keine Mauern, sondern nur Brandschutt, gebrannten Lehm und Eichenkohlen, einige eiserne Nägel und das Bruchstück eines rot und hart gebrannten kegelförmigen Töpfchens.
In einer Weisthum (einer Grenzbegehung und Bestätigung von Rechten) aus dem Jahr 1566, bezüglich des Rudolfswaldes , in dem das „alte Schloß“ liegt, wird ausgeführt, dass dieses Gebiet ein Asylrecht gewähre, wie ein Kirchhof, was ebenfalls ein Hinweis auf eine Wehranlage eines Edelfreien ist. Ob diese Wehranlage allerdings jemals fertig gestellt und befestigt war oder es sich nur um einen Schutzwall mit einer Holzpalisade handelte, lässt sich nicht mehr klären.
Ulrich Möhn wies auf die Bodenformen des Waldbodens hin, wonach dieser Wald zur damaligen Zeit noch nicht bestand, sondern die Flächen landwirtschaftlich genutzt wurden. Neben Erklärungen zu dem Waldbestand, wies er auch auf Köhlerstellen hin, wonach im 17. Jahrhundert dort Holzkohle hergestellt wurde, die an die „Michelbacher Hütte“ verkauft wurde, zur Eisenschmelze.
Nach etwa 2 ½ Stunden kurzweiliger Wanderung konnten sich die Teilnehmer beim Grillen stärken und die gewonnen neuen Eindrücke diskutieren.
Zum Schluss bedankte sich Regina Schmidt bei den Besuchern und den Wanderführern für die gelungene Veranstaltung.

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